Wie das Right to Repair und die Ökodesign-Richtlinien die Preise von Ersatzteilen beeinflussen könnten.
Wenn du Handys, Tablets, Laptops oder andere Elektronik reparierst, hör gut zu: Die EU zieht die Regeln für Ersatzteilpreise an – und das wird deinen Job betreffen.
Ein neues Positionspapier der Right to Repair Europe-Koalition zeigt große politische Änderungen, die 2025 kommen sollen. Ziel ist, Reparaturen einfacher, günstiger und transparenter zu machen – vor allem für unabhängige Techniker wie dich.
Hier ist das Ganze in 4 Punkten erklärt:
💶 1. Hersteller sollen Ersatzteilpreise festsetzen müssen
Momentan können OEMs wie Apple oder Samsung ihre Teilepreise einfach so ändern. Der neue Vorschlag? Wenn ein Hersteller einen Preis angibt, muss er dabei bleiben – keine bösen Überraschungen später.
✅ Du kannst genaue Kostenvoranschläge machen
✅ Keine plötzlichen Preisverdopplungen für Displays oder Akkus mehr
✅ Hersteller können Geräte nicht mehr absichtlich "unreparierbar teuer" machen
📊 2. Ersatzteilpreise könnten Teil der Reparierbarkeits-Note werden
Ab Juni 2025 müssen Smartphones, die in der EU verkauft werden, eine Reparierbarkeits-Note anzeigen. So ähnlich wie Energie-Labels – aber fürs Reparieren.
Momentan fehlt da aber ein wichtiger Punkt: Teilepreise. Und genau das will das Papier ändern.
🔧 Vorschlag: Günstigere Teile = bessere Note
📉 Teil kostet über 28 % vom Produktpreis = 0 Punkte
🟢 Unter 10 % = 10 Punkte
Heißt: Teure Teile drücken die Reparierbarkeits-Note, und Leute werden das merken. Die Right to Repair Europe-Koalition will sich hier am französischen „Indice de Réparabilité“ orientieren – 0 bis 10 Punkte je nach Preisverhältnis zum Produktpreis Pprod. Diese Formel läuft in Frankreich schon gut – und könnte bald EU-weit gelten.
Mehr dazu:
So wird bewertet:
Wie beim französischen Modell wird die Note über das Verhältnis Rprice berechnet – also aus dem Schnitt vom teuersten Teil Pex und dem Schnitt der anderen P1-n, geteilt durch den Produktpreis Pprod. Die Teileliste kommt aus der Ecodesign-Verordnung.

Formel: Reparier Preis Score = ((Display + ((Akku + Ladebuchse + Kamera_vorne + Kamera_hint + Lautsprecher + Mikrofon + SIM-Schacht + Rückseite)/8))/Produktpreis
| Rprice ≤ 10% | 10 Punkte |
| 10% < Rprice ≤ 12% | 9 Punkte |
| 12% < Rprice ≤ 14% | 8 Punkte |
| 14% < Rprice ≤ 16% | 7 Punkte |
| 16% < Rprice ≤ 18% | 6 Punkte |
| 18% < Rprice ≤ 20% | 5 Punkte |
| 20% < Rprice ≤ 22% | 4 Punkte |
| 22% < Rprice ≤ 24% | 3 Punkte |
| 24% < Rprice ≤ 26% | 2 Punkte |
| 26% < Rprice ≤ 28% | 1 Punkt |
| 28% < Rprice | 0 Punkte |
Willst du wissen, wie Apple- und Samsung-Flaggschiffe abschneiden? Bleib dran – kommt im nächsten Blog!
🚧 3. Das „Bundle-Problem“ wird angegangen
Schon mal ein ganzes Display kaufen müssen, nur weil du die Glasscheibe brauchst? Genau das nennt das Papier Teile-Bundling – und das soll sich negativ auf die Reparier-Note auswirken.
🙌 Super Sache, wenn du gerne modular reparierst oder Einzelteile beschaffst.
🔍 4. Preisinformationen sollen öffentlich & leicht auffindbar sein
Die Gruppe fordert auch, dass Infos zu Ersatzteilpreisen:
-
In Hersteller-Dokumentation enthalten sind
-
Nach Modellnummer durchsuchbar sind
-
Öffentlich zugänglich sind (z.B. über Website oder QR-Code)
-
Am Verkaufsort sichtbar sind
Diese Transparenz macht es leichter, Reparaturen zu planen, Teile zu lagern und Preise zu erklären.
🧭 Fazit
Wenn das durchkommt, wird es schwieriger für Hersteller, Preise künstlich aufzublasen und sich hinter falscher Reparierbarkeit zu verstecken. Für dich als Tech heißt das vielleicht bald:
✅ Günstigere Ersatzteile
✅ Einfacherer Zugang zu Preisinfos
✅ Mehr Argumente, damit Kunden reparieren statt neu kaufen
Bleib dran und überleg schon mal, wie du deine Preisgestaltung und Ersatzteilbeschaffung daran anpassen kannst.
📱 Typische wichtige Ersatzteile laut Ecodesign-Regeln (für Handys & Tablets):
-
Display / Bildschirm-Einheit
-
Akku
-
Ladeanschluss / USB-Stecker
-
Tasten (Power, Lautstärke, Home)
-
Kameras (vorne und hinten)
-
Lautsprecher
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Mikrofone
-
SIM- oder SD-Karten-Schacht
-
Rückseite / Gehäuse
Hier findest du das Whitepaper der Right-to-Repair-Initiative.
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