Skip to content

Führend im Mobile-Repair-Markt: Remco Spreeuwers und Mark von Rotz über die europäische Expansion von 2Service / Mobileparts.shop

Laatste update: 22 April 2026
Interview Mark von Rotz and Remco Spreeuwers

Seit 2011 ist 2Service (Mobileparts.shop) Teil einer Branche, die sich ständig weiterentwickelt. Der Markt für mobile Reparaturen hat sich von einem vergleichsweise einfachen Geschäft rund um Displayreparaturen zu einem deutlich komplexeren und professionelleren Sektor entwickelt, in dem Qualität, Compliance, Geschwindigkeit und Nachhaltigkeit eine immer größere Rolle spielen. Gleichzeitig ist 2Service von einem starken niederländischen Distributor zu einer europäischen Organisation mit wachsender Präsenz geworden.

Mit Full-Service-Standorten in den Niederlanden und Österreich, der Übernahme von TechSupply in Polen und der Eröffnung eines neuen Standorts in Malmö, Schweden, hat das Unternehmen sein Netzwerk für Ersatzteile, Komponenten und Zubehör in Europa gezielt erweitert. Durch die Verlagerung von Logistik und Service näher an den Kunden will 2Service noch schneller, persönlicher und passgenauer auf die Bedürfnisse des Marktes reagieren.

Für dieses Interview haben wir mit Remco Spreeuwers (CEO) und Mark von Rotz (COO) über die Gedanken hinter diesem Wachstum, die Entwicklungen, die sie in der Branche erlebt haben, und darüber gesprochen, was es braucht, um ein Unternehmen langfristig aufzubauen. Aber bevor wir nach vorn schauen, machen wir erst einmal einen Schritt zurück in die Vergangenheit.


Könnt ihr unseren Lesern ein bisschen Hintergrund zu eurem Unternehmen geben? Wann wurde es gegründet, wie viele Menschen arbeiten bei euch und was macht Mobileparts.shop besonders?


RemcoAntwort Remco:
"2Service wurde 2011 als Spin-off von Selectro gegründet, einem Unternehmen meines Vaters, meines Bruders und eines meiner besten Freunde, das seit 2000 offizielles Samsung-Servicecenter ist. In den Anfangsjahren konnte ich nur einen Tag pro Woche am Webshop arbeiten, weil ich nebenbei noch bei einem anderen Unternehmen beschäftigt war. Fast fünfzehn Jahre später ist 2Service zu einer internationalen Organisation mit 103 Mitarbeitenden an fünf Standorten gewachsen."

5 locations 2Service


Was macht euch einzigartig?

Antwort Remco: 
"Wir sind der einzige Distributor weltweit, der offizieller Partner beider großen Marktführer ist: Samsung und Apple. Diese einzigartige Position hebt uns im Markt klar ab. 2025 wurden wir von Apple als einziger Distributor mit europäischen Wurzeln ausgewählt, ihr PDP-Programm als Apple Parts Service auszurollen. Nach einem langen und wettbewerbsintensiven Auswahlprozess wurden wir für diese Rolle ausgewählt. Bereits 2011 waren wir außerdem das erste Unternehmen, das eine offizielle Samsung-Autorisierung erhalten hat.

Wir sind stolz darauf, dass unsere Kunden uns als einen der am besten bewerteten Distributoren im Markt sehen. Soweit wir wissen, spiegelt sich das auch in unseren allgemeinen Kundenbewertungen wider. Unser neuer Slogan, „Powered by quality,“ zeigt, wie wir jeden Tag arbeiten: mit zuverlässigen Produkten, einer starken Webshop-Erfahrung und hilfsbereitem Kundensupport. Zusammen sorgen diese Elemente für ein reibungsloses und sorgenfreies Erlebnis für unsere Kunden. 



Nach fast 15 Jahren an der Spitze: Hättest du, wenn du auf die Anfangsjahre rund um 2011 zurückblickst, jemals erwartet, dass Mobileparts.shop einmal das Niveau an Expansion, Marktpräsenz und strategischem Anspruch erreichen würde, das das Unternehmen heute auszeichnet?


Antwort Remco:
"Wir haben 2011 mit dem Verkauf von Samsung Weiß- und Braunware begonnen, nachdem wir von Samsung eine offizielle Autorisierung für Ersatzteile allgemein erhalten hatten. Ein Jahr später haben wir fast zufällig entdeckt, dass wir auch Samsung Mobile Parts beziehen konnten. Das war ein Wendepunkt und der Start unseres schnellen Wachstums. Damals hätte ich mir niemals vorstellen können, wo wir heute stehen würden.

Ich erinnere mich noch gut an unsere allerersten Mobile Parts: Displays für das Galaxy S1. Mit dem ersten Geld, das wir verdient haben, haben wir einen Teil eines Lagers in Büroräume umgebaut, damit wir weiter wachsen und expandieren konnten."



In einem stark fragmentierten und wettbewerbsintensiven europäischen Markt für den Vertrieb von Spare Parts: Was unterscheidet Mobileparts.shop aus deiner Sicht grundlegend von anderen Anbietern – vor allem in Bezug auf Qualität, Transparenz und Sourcing-Strategie?

Antwort Remco:
"In einem fragmentierten europäischen Spare-Parts-Markt möchten wir uns durch Fokus auf Qualität, Ehrlichkeit und Transparenz abheben. Das beginnt beim Sourcing. Unser Team in China arbeitet direkt mit Herstellern zusammen, um die bestmöglichen Qualitätsstufen auszuwählen – einschließlich refurbished und compatible parts. Weil wir nicht von nur einem Hersteller abhängig sind, bleiben wir flexibel und können laufend neu bewerten, welche Lieferanten unsere Standards am besten erfüllen.

Ein niederländisch-chinesischer Manager vor Ort hilft uns dabei, unsere Arbeitsweise beizubehalten und sicherzustellen, dass unsere Qualitätsstandards und Werte im gesamten Sourcing-Prozess konsequent umgesetzt werden.

Eine große Herausforderung im Markt ist, dass Kunden oft Äpfel mit Birnen vergleichen. Preise lassen sich nur fair vergleichen, wenn Produkte wirklich identisch sind – und in der Praxis ist das wegen der vielen Qualitätsoptionen in China äußerst schwierig. Viele Produkte werden gleich beschrieben, obwohl sie sich bei Materialien, Komponenten und Tests stark unterscheiden. Wir sind bei diesen Unterschieden transparent und verlangen einen fairen Preis für nachgewiesene Qualität – auch wenn das zu unfairen Preisvergleichen mit Produkten führt, die auf dem Papier ähnlich aussehen."



Welche Elemente des Geschäftsmodells und der Kundenansprache von Mobileparts.shop – etwa Qualitätskontrolle, Compliance, Servicelevel und interne Prozesse – unterscheiden das Unternehmen in der Praxis wirklich und nicht nur auf dem Papier?

MarkvR Antwort Mark:
"Unser Unterschied zeigt sich vor allem darin, wie unsere Standards täglich in der Praxis umgesetzt werden. Wir investieren viel in Qualitätskontrolle, Compliance, Sicherheit und Zuverlässigkeit – darunter dreifache Produkttests in China, korrekte CE-Zertifizierung für Batterien und Displays, ISO-27001-Cybersecurity-Standards und strenge Batteriesicherheitsprozesse. Wir entscheiden uns bewusst für ein Premium-Service-Modell mit persönlichem Kundensupport und realistischen Zusagen, auch wenn das höhere Kosten bedeutet. Dieses konsequente Engagement hinter den Kulissen für Qualität und Service spiegelt sich in unserer Kundenbewertung von 4,8 von 5 wider. Das zeigt, dass unser Unterschied in der Praxis wirklich erlebt wird und nicht nur kommuniziert wird.

Auch bei Individualisierung und beratender Unterstützung unterscheidet sich unser Servicelevel deutlich. Gerade bei größeren Repair-Unternehmen, Refurbishern, Repair-Ketten und ähnlichen Organisationen nehmen wir uns die Zeit, ihre Struktur und die konkreten Herausforderungen rund um Spare Parts wirklich zu verstehen. Darauf basierend passen wir sowohl unser Teileangebot als auch unser Servicelevel individuell an. Mit diesem Ansatz bauen wir langfristige Beziehungen auf, von denen sowohl unsere Kunden als auch wir wirklich profitieren. Dazu gehören auch ergänzende Leistungen wie finanzielle Unterstützung, IT-Customization, logistische Unterstützung und mehr. SamsungSelfRepair.shop und Sonyparts.fr, sind zum Beispiel starke Beispiele dafür, wie wir bei IT-Customization herausstechen. Diese Plattformen wurden im Auftrag von Samsung und Sony im Rahmen der Ecodesign-Gesetzgebung aufgebaut."



Wie würdest du 2025 aus geschäftlicher und operativer Sicht für Mobileparts.shop beschreiben – insbesondere in Bezug auf Umsatzentwicklung, Kundennachfrage, Margendruck und strategische Prioritäten? Und welche Learnings aus dem Vorjahr prägen eure Entscheidungen für die Zukunft?


Antwort Mark:
"2025 war ein herausforderndes Jahr. Die Margen standen durch starken Preiswettbewerb im Markt unter Druck – ein Rennen, an dem wir ganz bewusst nicht teilnehmen wollten. Wir stehen voll hinter unserer Qualität und verlangen dafür einen fairen Preis.

Wir akzeptieren vollkommen, dass dieser Ansatz nicht für alle attraktiv ist – vor allem nicht für diejenigen, die nur auf den Preis schauen. Wir entscheiden uns bewusst dafür, mit Kunden zu arbeiten, die bereit sind, in Qualität zu investieren und dafür im Gegenzug weniger Probleme und weniger Sorgen haben. Der Markt ist voller echter Profis, die genau das schätzen, was wir tun.

Aktuell betreuen wir aktiv mehr als 5.500 Kunden, und wir sehen weiterhin großes Potenzial für weiteres Wachstum."



2025 hat der Wettbewerb im europäischen Markt für mobile Reparatur und Komponenten spürbar zugenommen. Inwieweit hat dieses intensivere Umfeld eure Entscheidung beeinflusst, auf ein stärker dezentralisiertes Modell umzustellen – und gab es daneben noch weitere strukturelle Gründe für diesen Schritt?

 
Antwort Mark:

"Nah an unseren Kunden zu sein, funktioniert einfach – das haben wir sowohl in den Niederlanden als auch in Österreich klar gesehen. Obwohl wir Kunden in ganz Europa bedienen, besteht unsere Kernzielgruppe aus Profis, die Wert auf Geschwindigkeit und persönliche Aufmerksamkeit legen. Darauf reagieren wir, indem wir so nah wie möglich an unseren Kunden operieren.

Neben niedrigeren Versandkosten, was Repair-Profis natürlich schätzen, hilft die Nähe auch dabei, die Herausforderungen unserer Kunden besser zu verstehen und sie wirksamer zu unterstützen. Nur wenn man nah dran ist, kann man ihre Bedürfnisse wirklich verstehen und ihnen helfen, voranzukommen.

Diese Entscheidung wurde nicht wegen neuer Konkurrenz getroffen, aber der zunehmende Wettbewerb hat unseren Ansatz definitiv beschleunigt.

Und mehr Wettbewerb bringt auch Chancen mit sich. Kleinere Anbieter werden den Markt verlassen und damit Raum für bereits führende Unternehmen schaffen. Außerdem hält uns starker Wettbewerb auch scharf – insofern begrüßen wir das auf gewisse Weise."



Wenn wir speziell auf eure Kunden schauen: Welche konkreten Vorteile bringt dieses neue dezentrale Modell in Bezug auf Verfügbarkeit, Preisstabilität, Liefergeschwindigkeit und Reaktionsfähigkeit auf lokale Märkte? Und wie übersetzt sich das in messbaren Mehrwert für professionelle Repair- und Refurbishment-Unternehmen?


Antwort Mark:
"Indem wir näher an unseren Kunden operieren, können wir sowohl die Kosten als auch das Servicelevel deutlich verbessern. Bestellungen aus unseren Standorten in Polen oder Schweden sind bis zu dreimal kosteneffizienter als Bestellungen aus Arnheim, während die Versandkosten im Durchschnitt nur noch ein Drittel der früheren Kosten betragen. Auch die Schwelle für kostenlosen Versand liegt deutlich niedriger, sodass Kunden schneller von kostenloser Lieferung profitieren.

Wir garantieren Next-Day-Delivery in großen Teilen der Regionen, in denen wir lokal präsent sind – inklusive Batterien – indem wir Straßentransport statt Luftfracht nutzen. Dadurch werden Lieferungen schneller, zuverlässiger und deutlich kosteneffizienter.

Kunden profitieren außerdem von einem lokalen Account Manager, der sich darauf konzentriert, ihr Business wachsen zu lassen. Unsere Teams arbeiten eng mit Repair-Shops zusammen, um bewährte Lösungen in den Bereichen Zubehör, Tools und Training anzubieten.

Außerdem bieten wir persönlichen Support in der jeweiligen Landessprache. Unsere muttersprachlichen Spezialisten verstehen den lokalen Markt, seine Herausforderungen und die Ziele eures Unternehmens – und sorgen so für klare Kommunikation, schnelle Lösungen und absolute Sicherheit."

 


Eine dezentrale operative Struktur erfordert oft ein Umdenken bei internen Prozessen. Wie wird dieses neue Setup eure Sales-Organisation verändern – inklusive Account Management, regionaler Verantwortung und Kundenkontakt? Und welche Veränderungen sollten Partner in der täglichen Zusammenarbeit erwarten?

 RemcoAntwort Remco:
"Inzwischen haben wir viel Erfahrung damit, mit mehreren Lagern zu arbeiten. Unser ERP-System und unser Webshop können mehrere Standorte problemlos unterstützen, ohne dass der Bestellprozess komplizierter wird. Jeder Kunde bekommt ein lokales Lager als primären Standort zugewiesen, wobei Arnheim (NL) immer als Backup dient.

Wir entwickeln alle unsere IT-Systeme in-house, wodurch wir die volle Kontrolle über jeden Prozess haben. Dadurch sind unsere Abläufe stark automatisiert.

Alle unsere Manager haben praktische Erfahrung in der Branche und viel lokales Wissen über unsere Produkte und den Markt. Dadurch verstehen sie sowohl unsere Kunden als auch die lokalen Vorschriften sehr gut. Eine der wichtigsten Voraussetzungen für die Eröffnung neuer Standorte ist starke Führung. Jeder Standort muss von den besten Menschen geleitet werden, die wir in dem jeweiligen Land finden können. Abbas, ehemaliger Manager bei Zandparts, und Jacek, Gründer von Tech Supply und bereits ein erfolgreicher Player in Polen, passen perfekt in dieses Profil. Wir haben schon gesehen, dass diese Strategie in Österreich funktioniert – mit dem bestehenden lokalen Standort, der von Dominik geführt wird, der viel Erfahrung mit seinem eigenen Unternehmen Grazo hatte, ebenfalls ein ehemaliger Distributor für Mobile Parts.

Der rote Faden bei all dem ist Qualität. Sie ist ein wiederkehrendes Thema in allem, was wir tun, und bleibt richtungsweisend für unsere Entscheidungen."


Neben Komponenten hat Mobileparts.shop auch erfolgreich eine eigene Zubehörmarke aufgebaut. Was macht diese Marke in einem überfüllten Zubehörmarkt wirklich besonders, und kannst du etwas über Wachstum, Marktresonanz und den Beitrag zum Gesamtgeschäft sagen?

 MarkvRAntwort Mark:
"Im Laufe der Jahre haben wir ein sehr klares Verständnis dafür entwickelt, was Repair-Shop-Kunden bei Zubehör erwarten. Auf Basis dieser Erkenntnisse haben wir ein eigenes Zubehörkonzept entwickelt, das inzwischen aus fünf In-house-Marken besteht, darunter Promiz und Impact. Alle Zubehörprodukte werden sorgfältig mit Blick auf den Endkunden ausgewählt, damit unsere Partner ihren Zubehörumsatz maximieren können.

Ob es um Retail-Display-Lösungen oder Bulk-Lieferungen geht – dank unseres dedizierten Sourcing-Teams in China können wir wettbewerbsfähig bleiben. So kombinieren wir attraktive Preise mit gleichbleibender Qualität.

Aktuell präsentieren 353 Stores mehr als zwei Meter unserer Zubehörmarken, und das Feedback ist überwältigend positiv – sowohl in Bezug auf Margen als auch darauf, wie gut sich die Produkte verkaufen.

Das Angebot von Zubehör und Tools ist Teil unseres One-Stop-Shop-Ansatzes. Das ist für sich genommen heute zwar kein einzigartiges Verkaufsargument mehr, aber unser Fokus liegt nicht auf dem größtmöglichen Sortiment. Stattdessen setzen wir Qualität konsequent an erste Stelle. Wenn ein Produkt unsere Standards nicht erfüllt, nehmen wir es schlicht nicht ins Sortiment auf – ganz egal, wie breit das Sortiment sonst sein könnte."

350



Zum Schluss: Während Mobileparts.shop weiter skaliert und sich an einen sich schnell konsolidierenden Markt anpasst – sollte die Branche mit weiterer geografischer Expansion, Partnerschaften oder Übernahmen rechnen? Und wie bewertet ihr Wachstumschancen, ohne dabei operative Fokussierung oder das Vertrauen der Kunden zu verlieren?

 RemcoAntwort Remco:
"Wir glauben stark an Dezentralisierung, und wir müssen nicht erst auf die vollständigen Ergebnisse aus Schweden und Polen warten, um bestätigt zu sehen, dass diese Strategie funktioniert.

Wir werden weiterhin nach Möglichkeiten suchen, in neue Regionen zu expandieren und noch mehr Repair-Profis unsere Premium-Services auf lokaler Ebene erleben zu lassen. In diesem Sinne hat unsere Reise eigentlich gerade erst begonnen, und wir sind sehr dankbar für die starke Unterstützung, die wir weiterhin erhalten."